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Die Hinterlassenschaft der Hunde riecht weniger als die Berichterstattung von charitywatch
so der Pressesprecher des Landratsamtes Ravensburg
Originalbeitrag aus Schwäbische Zeitung, 16.09.10

 

Eine „Hundehölle“ soll das Tierheim Ravensburg-Weingarten sein. Das schreibt das Online-Portal „Charity Watch“, das für Spender verschiedenste Vereine überprüft. Vorsitzender des Tierheims Josef-Franz Schaller, weist die Vorwürfe weit von sich und lädt die „Schwäbische Zeitung “ ein, sich selbst davon zu überzeugen.

Das Tierheim Ravensburg-Weingarten in Berg steht auf der Warnliste eines Online-Portals namens „Charity Watch“. Es handelt sich dabei um eine Privatinitiative, die es sich zum Auftrag gemacht hat, für Spender die Verwendung von Spendengeldern bei Vereinen zu durchleuchten. Am 25. August besuchte ein Mitglied des Internetportals den Vorsitzenden des Tierheims, Josef-Franz Schaller, und ließ sich durch die Räumlichkeiten führen.

„Vom Tierheim war die Dame eigentlich begeistert“, sagt Schaller. Umso härter traf ihn der Bericht, der kurz darauf bei „Charity Watch“ erschien. Darin finden sich Vorwürfe wie „Hundehölle“, „die Innenzwinger bei den Hunden sind in der aktuellen Größe schlicht verboten“ und „der Vorstand verweigert den Einblick in seinen Geschäfts- und Jahresbericht“. Weiter wundert sich „Charity Watch“ über den großen Unterschied zwischen den Futterkosten und den höheren Tierarztkosten. Wo seien außerdem die 450 000 Euro Umbauinvestitionen geblieben? Auch der zuständige Amtsveterinär kommt nicht gut weg, denn er habe nicht erklären können, wie es dazu kommen konnte, dass die Tierschutz-Hundeverordnung nicht eingehalten wurde.

„Ich kenne die Hundeverordnung und sie reicht mir nicht aus. Wir wollten es besser machen“, verteidigt sich Schaller. Mit dem Betriebsleiter Dragos Margaritaru sei er damals bis hoch in den Norden gefahren, um sich verschiedene Tierheime anzusehen und sich für den 2007 abgeschlossenen Umbau inspirieren zu lassen. „Unsere Hunde sollen nicht nur verwahrt, sondern auch resozialisiert werden und das geht nur, wenn sie einwandfrei gehalten werden“, schildert Schaller.

Die „Schwäbische Zeitung“ hat sich die Hundezwinger angesehen. Sie sind in dem Trakt, der für 450 000 Euro neu gebaut worden ist. Jeder Hund hat einen kleineren, aber hellen und beheizten Innenbereich. Direkt von dort führt ein Durchgang in einen – Margaritaru misst ab – vier Meter langen und 2,80 Meter breiten Zwinger, der von drei Seiten ummauert sowie überdacht ist und vor dessen Gitterstäben eine Windschutzmauer gebaut wurde. Im Blick haben sie ihre drei Spielwiesen. Der Durchgang zum beheizten Bereich ist offen, so dass die Wärme zusätzlich durchströmen kann. „Der Hund kann sich dort auch bei Kälte aufhalten“, sagt Margaritaru. Damit ist die Fläche „uneingeschränkt benutzbar“, wie es die Hundeverordnung vorschreibt. Das „Charity Watch“ Mitglied hat allein den beheizten Innenbereich gemessen.

Dass die Futterkosten sich auf 18 000 und die Tierarztkosten auf 52 000 Euro im Jahr 2009 belaufen, betrachtet Schaller als normal. Futter würde viel gespendet werden, Kastrationen von Katzen jedoch nicht. Zudem seien Mediakamente sehr teuer. Dennoch will Stefan Loipfinger in keiner Tierheimbilanz zuvor solch eine Differenz gesehen haben. Er ist der Gründer von „Charity Watch“, das seit 2008 existiert. Die Internetplattform sei ein journalistisches Produkt, das Spender über Vereine informiert. Zudem solle ein Buch über die 100 besten Tierheime Deutschlands entstehen. „Ein Verein, der seine Finanzen nicht offen legt, ist für mich nicht seriös und hat die Spenden nicht verdient“, so Loipfinger.

Schaller hingegen möchte keiner Organisation, der er nicht kennt, seine Bilanzen offen legen. Das behalte er allein seinen Mitgliedern und den Einrichtungen vor, die ihn wirklich prüfen dürfen. „Es ist von einer nicht staatlichen Behörde anmaßend, die Finanzen eines Vereins sehen zu wollen“, sagt der Pressesprecher des Landratsamtes Ravensburg, Franz Hirt. Das Veterinäramt prüfe das Tierheim in regelmäßigen Abständen und sehe keine Verfehlung. „Charity Watch“ habe nicht gut genug recherchiert: „Die Hinterlassenschaft der Hunde riecht weniger als die Berichterstattung“.

Kürzlich kam ein Schreiben des Deutschen Tierschutzbundes an die Tierheime. Man solle die Fragen von „Charity Watch“ zunächst unbeantwortet lassen, bis das Ziel der Organisation völlig klar sei. Der negative Bericht liegt Josef-Franz Schaller noch im Magen: „Das kann nur Niedertracht sein. Ich bin schon ein bisschen stolz auf unser Tierheim, da tut so was weh.“




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